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Herr
Krüger, Sie haben für den diesjährigen Pilotfilm zu
"Forsthaus Falkenau" auf der größten
Vulkaninsel der Welt gedreht, in Island. War das eine
willkommene Abwechslung für Sie und wie haben Sie das
Land der Trolle und Elfen empfunden? Und hat man während
eines Auslanddrehs überhaupt Zeit die Kultur und
Landschaft des jeweiligen Landes zu genießen?
Wissen
Sie, es ist in diesem Beruf wirklich manchmal echt
verrückt. Auf der einen Seite kann man behaupten, dass
man in diesem Beruf viel um die Welt kommt, doch sehen
kann man oft nicht viel, außer dem Hotelzimmer und der
Drehorte. Es gab in meiner Karriere oft wunderschöne
Aufenthalte, ich rede da von Australien, Seychellen,
Amerika, Paris und viele andere Orte, doch Zeit, das Land
wirklich kennen zu lernen, gab es für mich kaum. Das ist
der Nachteil, wenn man mit dem, was man tut, großen
Erfolg hat. In diesem Jahr zum Beispiel war ich für einen
Spielfilm in Thailand. Kaum fiel die letzte Klappe,
wartete auf mich der Rückflug nach München. Kaum in
München angekommen, musste ich schon nach Österreich
für den nächsten Spielfilm, "perfekt
gemanagt". Vier Wochen drehte ich dann in Gmunden am
Traunsee. Nach diesem wirklich schönen Spielfilm wartete
auch schon meine Dienststelle im Forsthaus auf mich. Ich
muss Ihnen aber dazu sagen, dass ich das Reisen und das
Drehen wirklich liebe. Ich "sauge" alle
Eindrücke wie ein Schwamm auf und nehme mir vor, wenn ich
mal Zeit haben sollte, an diese Orte zurück-zukehren.
Island hat mich auf eine ganz eigene Art und Weise
inspiriert. Die Landschaft und Menschen brachten mich
dazu, ein Buch zu schreiben. Sie sehen alles ist
Inspiration, auch wenn man wenig Zeit hat.
Im
Januar 2007 sah man
Sie zum ersten Mal in der Rolle des Försters Stefan
Leitner. Ihrer Figur ist kein bisschen Routine
an-zumerken. Wie schaffen Sie es, die Rolle immer weiter
zu entwi-ckeln und lebendig zu halten? Und was zeichnet
die Rolle des Stefan Leitner aus?
Ich
habe Spaß an meiner Arbeit. Und jede Rolle, die ich
annehme ma-che ich zu meiner Traumrolle. Jede Rolle hat
viele Gesichter. An der Rolle und dem Format
"Forsthaus Falkenau" habe ich bei der
Entwicklung auch Einfluss. Ich arbeite ständig an der
Weiterentwicklung der Figuren und den Geschichten,
zusammen mit dem Autor Jürgen Werner und meinem
Produzenten Rudi Pitzl. Diese Arbeit hört nie auf und so
kann sich die Figur auch immer weiter entwickeln. Wir
haben uns beim "Forsthaus" eine
"Plattform" geschaffen, die es uns möglich
macht, viele Geschichten über alle möglichen Themen zu
erzählen. Angefangen von Umweltproblemen bis hin zu
alltäglichen Problemen innerhalb der Familie Leitner. Da
wir eine Vorbildfunktion haben, können wir Probleme
schaffen, eine Lösung zeigen, und wie man zu dieser
Lösung kommt. Eine aufregende Sache, wie ich finde.
Dieses
Jahr wird die 20. Staffel "Forsthaus Falkenau"
ausge-strahlt. Was macht aus Ihrer Sicht den Erfolg der
Serie aus und wie unterscheidet sie sich von anderen
"Weeklies"?
Das
ist schwer zu sagen. Denn es gibt einen statistische
Erklärung und ein emotionale. Die emotionale ist die,
dass das Publikum Hardy Krüger jr. in der Rolle als
Förster liebt und glaubt, was er spielt. Das Konzept, was
ich mit entwickelt habe ist aufgegangen. Wir unterhalten
das Publikum und sie freuen sich auf jeden Freitag. Das
ist das schönste Kompliment für einen Schauspieler. Die
Statistik zeigt, dass dieses Format schon seit 20 Jahren
erfolgreich funktioniert. Wer kann das schon von sich
behaupten! Doch dieser Erfolg muss auch gehal-ten oder im
besten Falle noch verbessert werden. Das impliziert viel
Arbeit und Kreativität von allen Beteiligten. Was uns von
den anderen "Weeklies" unterscheidet, ist meines
Erachtens die Auflösung. Wir dre-hen aufwändig und mit
schönen Bildern, sind aber nicht unrealistisch. Wir
zeigen die heile Welt, die aber von vielen Dingen bedroht
ist und finden Lösungen, die jeder für sich annehmen
oder ablehnen kann. Das ist sicher der Unterschied zu
anderen Formaten.
Anders
als bei einem Einzelstück treffen Sie am Set einer Serie
wie "Forsthaus Falkenau" auf ein eingespieltes
Team. Inwiefern schlägt sich dies auf die Arbeit nieder?
Ohne
mein Team könnte ich nicht die Leistung bringen, die zu
dem Erfolg von "Forsthaus Falkenau" geführt
hat. Man sagt, das Team ist das "Bett" des
Schauspielers. Ich kann mich "reinlegen" und
mich wohlfühlen. Das ist auch sehr wichtig, denn auch ein
Hauptdarsteller hat gute und auch weniger gute Tage. Wir
drehen oft 12 bis 14 Stunden am Tag und haben mit vielen
Dingen, wie Wetter etc. zu kämpfen. Ohne ein
eingespieltes Team, wie meines, wäre es unmög-lich 15
Folgen im Jahr zu drehen und trotzdem noch Freude an der
Arbeit zu haben. Ich habe schon auf vielen Sets auf dieser
Welt ge-standen und nach mehr als 18 Jahren kann ich
sagen: Ich habe ein super Team hinter mir!
Das
Interview führte Heike Ackermann, ZDF.
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