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Foto: ZDF/Mark Monheim

Foto: ZDF/Mark Monheim

Interview

"Ich mache jede Rolle zu meiner Traumrolle"

 Interview mit Hardy Krüger jr. zum Forsthaus Falkenau Special "Das Island-Abenteuer"

 

 

 

 

Herr Krüger, Sie haben für den diesjährigen Pilotfilm zu "Forsthaus Falkenau" auf der größten Vulkaninsel der Welt gedreht, in Island. War das eine willkommene Abwechslung für Sie und wie haben Sie das Land der Trolle und Elfen empfunden? Und hat man während eines Auslanddrehs überhaupt Zeit die Kultur und Landschaft des jeweiligen Landes zu genießen?

Wissen Sie, es ist in diesem Beruf wirklich manchmal echt verrückt. Auf der einen Seite kann man behaupten, dass man in diesem Beruf viel um die Welt kommt, doch sehen kann man oft nicht viel, außer dem Hotelzimmer und der Drehorte. Es gab in meiner Karriere oft wunderschöne Aufenthalte, ich rede da von Australien, Seychellen, Amerika, Paris und viele andere Orte, doch Zeit, das Land wirklich kennen zu lernen, gab es für mich kaum. Das ist der Nachteil, wenn man mit dem, was man tut, großen Erfolg hat. In diesem Jahr zum Beispiel war ich für einen Spielfilm in Thailand. Kaum fiel die letzte Klappe, wartete auf mich der Rückflug nach München. Kaum in München angekommen, musste ich schon nach Österreich für den nächsten Spielfilm, "perfekt gemanagt". Vier Wochen drehte ich dann in Gmunden am Traunsee. Nach diesem wirklich schönen Spielfilm wartete auch schon meine Dienststelle im Forsthaus auf mich. Ich muss Ihnen aber dazu sagen, dass ich das Reisen und das Drehen wirklich liebe. Ich "sauge" alle Eindrücke wie ein Schwamm auf und nehme mir vor, wenn ich mal Zeit haben sollte, an diese Orte zurück-zukehren. Island hat mich auf eine ganz eigene Art und Weise inspiriert. Die Landschaft und Menschen brachten mich dazu, ein Buch zu schreiben. Sie sehen alles ist Inspiration, auch wenn man wenig Zeit hat.

 

Im Januar 2007 sah man Sie zum ersten Mal in der Rolle des Försters Stefan Leitner. Ihrer Figur ist kein bisschen Routine an-zumerken. Wie schaffen Sie es, die Rolle immer weiter zu entwi-ckeln und lebendig zu halten? Und was zeichnet die Rolle des Stefan Leitner aus?

Ich habe Spaß an meiner Arbeit. Und jede Rolle, die ich annehme ma-che ich zu meiner Traumrolle. Jede Rolle hat viele Gesichter. An der Rolle und dem Format "Forsthaus Falkenau" habe ich bei der Entwicklung auch Einfluss. Ich arbeite ständig an der Weiterentwicklung der Figuren und den Geschichten, zusammen mit dem Autor Jürgen Werner und meinem Produzenten Rudi Pitzl. Diese Arbeit hört nie auf und so kann sich die Figur auch immer weiter entwickeln. Wir haben uns beim "Forsthaus" eine "Plattform" geschaffen, die es uns möglich macht, viele Geschichten über alle möglichen Themen zu erzählen. Angefangen von Umweltproblemen bis hin zu alltäglichen Problemen innerhalb der Familie Leitner. Da wir eine Vorbildfunktion haben, können wir Probleme schaffen, eine Lösung zeigen, und wie man zu dieser Lösung kommt. Eine aufregende Sache, wie ich finde.

 

Dieses Jahr wird die 20. Staffel "Forsthaus Falkenau" ausge-strahlt. Was macht aus Ihrer Sicht den Erfolg der Serie aus und wie unterscheidet sie sich von anderen "Weeklies"?

Das ist schwer zu sagen. Denn es gibt einen statistische Erklärung und ein emotionale. Die emotionale ist die, dass das Publikum Hardy Krüger jr. in der Rolle als Förster liebt und glaubt, was er spielt. Das Konzept, was ich mit entwickelt habe ist aufgegangen. Wir unterhalten das Publikum und sie freuen sich auf jeden Freitag. Das ist das schönste Kompliment für einen Schauspieler. Die Statistik zeigt, dass dieses Format schon seit 20 Jahren erfolgreich funktioniert. Wer kann das schon von sich behaupten! Doch dieser Erfolg muss auch gehal-ten oder im besten Falle noch verbessert werden. Das impliziert viel Arbeit und Kreativität von allen Beteiligten. Was uns von den anderen "Weeklies" unterscheidet, ist meines Erachtens die Auflösung. Wir dre-hen aufwändig und mit schönen Bildern, sind aber nicht unrealistisch. Wir zeigen die heile Welt, die aber von vielen Dingen bedroht ist und finden Lösungen, die jeder für sich annehmen oder ablehnen kann. Das ist sicher der Unterschied zu anderen Formaten.

 

Anders als bei einem Einzelstück treffen Sie am Set einer Serie wie "Forsthaus Falkenau" auf ein eingespieltes Team. Inwiefern schlägt sich dies auf die Arbeit nieder?

Ohne mein Team könnte ich nicht die Leistung bringen, die zu dem Erfolg von "Forsthaus Falkenau" geführt hat. Man sagt, das Team ist das "Bett" des Schauspielers. Ich kann mich "reinlegen" und mich wohlfühlen. Das ist auch sehr wichtig, denn auch ein Hauptdarsteller hat gute und auch weniger gute Tage. Wir drehen oft 12 bis 14 Stunden am Tag und haben mit vielen Dingen, wie Wetter etc. zu kämpfen. Ohne ein eingespieltes Team, wie meines, wäre es unmög-lich 15 Folgen im Jahr zu drehen und trotzdem noch Freude an der Arbeit zu haben. Ich habe schon auf vielen Sets auf dieser Welt ge-standen und nach mehr als 18 Jahren kann ich sagen: Ich habe ein super Team hinter mir!

 

 

 

Das Interview führte Heike Ackermann, ZDF.

 

 

Foto: ZDF/Mark Monheim

Serienspecial: "Das Island-Abenteuer"

 

 

 

Interview: "Der Neue hat Ecken und Kanten" (2006)

 

 

 

 

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