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Natürlich
ist der Wolf ein Raubtier. Doch die scheuen Tiere meiden
Menschen. In Deutschland, in der sächsischen Oberlausitz,
gibt es zwei frei lebende Wolfsrudel. Und für diese rund
20 Tiere gilt: Wölfe in freier Wildbahn zu sehen,
ist ein sehr seltenes Erlebnis. Jedoch werden die Charaktereigenschaften des
zur Familie der Hunde gehörenden Tieres oft ins falsche
Licht gerückt. Bei
den Indianern wurden sie verehrt. Die Stärke, Weisheit
und ihre geschickte Jagd beeindruckte die amerikanischen
Ureinwohner sehr. Vieles lernten sie von den Wölfen.
Besonders die Jagdeigenschaften und das harmonische
Zusammenleben in den Rudeln riefen die Aufmerksamkeit der
Indianer hervor.
Aussehen
und Lebenserwartung
Die
unterschiedlichen Rassen weisen ihren Lebensräumen
angepasste Unterschiede – Größe und Aussehen - auf.
Besonders intensiv ist dies bei Tieren der nördlichen und
südlichen Rassen zu erkennen. So ist der Polarfuchs um
einiges größer als sein Artgenosse in Indien. Das Fell
des Polarfuchses ist weiß und somit perfekt an den
Lebensraum angeglichen.
In
unseren Breiten ist der europäische Vertreter des Wolfes
graubraun und schäferhundgroß. Die Größe der Wölfe
variiert zwischen 50-100 cm. Von Abend- bis Morgendämmerung
gilt als aktive Zeit der Wölfe. Im Schutze der Dunkelheit
machen sie sich auf die Suche nach Nahrung. Wölfe können
in der freien Natur bis zu 10 Jahren alt werden. In
menschlicher Obhut sogar bis zu 20 Jahren.
Lebensraum
und Lebensart
Rudel
= Familie, auf diese Formel können die Ergebnisse von über
30 Jahren weltweiter Freilandforschung an Canis lupus
zusammengefasst werden. Das fast schon mystische
Wolfsrudel ist in seiner am häufigsten anzutreffenden
Form gut vergleichbar mit unseren Kleinfamilien: Mutter
und Vater Wolf verteidigen ein Territorium um darin ihren
Nachwuchs aufzuziehen. Die „Kinder“ bleiben so lange
bei den Eltern, bis sie selber meist mit knapp zwei Jahren
geschlechtsreif werden, und sich einen eigenen Partner und
ein eigenes Territorium suchen. Wenn es die
Nahrungsgrundlage zulässt, können selbst erwachsene Sprösslinge
noch einige Zeit lang bei den Eltern bleiben, bis sie sich
zwar etwas später, dafür aber umso besser gerüstet,
selbständig machen. In einem wilden Wolfsrudel leben also
unterschiedlich alte, meist noch nicht geschlechtsreife
Geschwister und deren Eltern zusammen. Da die Welpen schon
mit etwa acht Monaten körperlich fast ausgewachsen sind,
beeindruckt uns eine Wolfsfamilie im Winter mit z.B. fünf
Welpen und drei Jährlingen als Rudel von zehn großen Wölfen.
Eine
rudelinterne Rangordnung, im Rahmen derer darum
konkurriert wird, wer sich fortpflanzen darf und wer
nicht, gibt es in frei lebenden Wolfsrudeln ebenso wenig
wie in einer menschlichen Kleinfamilie. Hier wie dort
stellen die Eltern natürliche Autoritäten dar, die ihre
Nachkommen führen und erforderlichenfalls zurechtweisen.
Eine Hierarchie mit „Alpha“-, „Beta“- und „Omega“-
Wölfen wird oft in Gefangenschaft ausgebildet, wo
meistens Geschwistergruppen gezwungen werden, auch nach
der Geschlechtsreife zusammenzuleben.
Nahrung
Zu
den bevorzugten Nahrungsbestandteilen gelten die Huftiere
- Elch, Ren, Hirsch oder Wildschaf. In Notzeiten ernähren
sich die Wölfe zusätzlich von Insekten, Aas und Feldfrüchten.
Die Überfälle auf Menschen sind sehr selten. In der
Regel finden sie genügend für die tägliche
Nahrungsabdeckung. Die Jagd ist bei den Wölfen nur in der
Gemeinschaft des Rudels möglich. Nur durch die gemeinsame
Hetzjagd ist die Erlegung der Tiere möglich. Oft wird
hier von einer genialen Aufteilung der Hetzjagd
gesprochen.
Nachdem
sich die Wölfe ein Opfer ausgesuchte haben, versuchen sie
es in die Enge zu treiben. Sobald ein Wolf zu schwach für
die Verfolgung des Tieres geworden ist, übernimmt ein
weiterer die Verfolgung. Dabei jagen sie die Tiere im
Kreis und ziehen die „Schlinge“ immer enger. Am Ende
hat das Huftier keine Chance mehr auszuweichen. Es wird
immer schwächer und kann den ausgeruhten Wölfen nichts
mehr entgegensetzen.
Interessantes
Wölfe
leisten einen großen Anteil zur natürlichen
Gesundhaltung des ökologischen Kreislaufes. Oftmals jagen
sie nur kranke, alte und schwache Tiere, die nur geringe
Überlebenschancen in der Natur und deren Lebensräumen
haben.
Das
Wolfsgeheul ist von Rudel zu Rudel unterschiedlich.
Biologen und Verhaltensforscher beobachteten dabei
interessante Eigenschaften und „Macken“ der Tiere.
Irgendwie scheinen sie durch diese Geräusche angezogen zu
werden. Kaum beginnt ein Rudeltier zu heulen, stimmen alle
anderen mit ein. Oft in der bekannten Haltung – Kopf in
Richtung Himmel.
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