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   19.01.2007

 

 

Flora und Fauna: Wolf

Der Wolf – gefährliches Raubtier?

Canis lupus

 

Beim Wort „Wolf“ legt sich ein angstvoller Klang in die Stimme. Zu viele Geschichten, Geheimnisse, Abenteuer begleiten dieses Raubtier. Dabei gingen die Gruselgeschichten und Wolfsjagden nie von den Ureinwohnern bestimmter Verbreitungsgebiete aus. Diesen Part haben die „zivilisierten“ Zuwanderer übernommen.

 

 

 

 

Natürlich ist der Wolf ein Raubtier. Doch die scheuen Tiere meiden Menschen. In Deutschland, in der sächsischen Oberlausitz, gibt es zwei frei lebende Wolfsrudel. Und für diese rund 20 Tiere gilt:  Wölfe in freier Wildbahn zu sehen, ist ein sehr seltenes Erlebnis. Jedoch werden die Charaktereigenschaften des zur Familie der Hunde gehörenden Tieres oft ins falsche Licht gerückt. Bei den Indianern wurden sie verehrt. Die Stärke, Weisheit und ihre geschickte Jagd beeindruckte die amerikanischen Ureinwohner sehr. Vieles lernten sie von den Wölfen. Besonders die Jagdeigenschaften und das harmonische Zusammenleben in den Rudeln riefen die Aufmerksamkeit der Indianer hervor.

 

Aussehen und Lebenserwartung

Die unterschiedlichen Rassen weisen ihren Lebensräumen angepasste Unterschiede – Größe und Aussehen - auf. Besonders intensiv ist dies bei Tieren der nördlichen und südlichen Rassen zu erkennen. So ist der Polarfuchs um einiges größer als sein Artgenosse in Indien. Das Fell des Polarfuchses ist weiß und somit perfekt an den Lebensraum angeglichen.

In unseren Breiten ist der europäische Vertreter des Wolfes graubraun und schäferhundgroß. Die Größe der Wölfe variiert zwischen 50-100 cm. Von Abend- bis Morgendämmerung gilt als aktive Zeit der Wölfe. Im Schutze der Dunkelheit machen sie sich auf die Suche nach Nahrung. Wölfe können in der freien Natur bis zu 10 Jahren alt werden. In menschlicher Obhut sogar bis zu 20 Jahren.

 

 

Lebensraum und Lebensart

Rudel = Familie, auf diese Formel können die Ergebnisse von über 30 Jahren weltweiter Freilandforschung an Canis lupus zusammengefasst werden. Das fast schon mystische Wolfsrudel ist in seiner am häufigsten anzutreffenden Form gut vergleichbar mit unseren Kleinfamilien: Mutter und Vater Wolf verteidigen ein Territorium um darin ihren Nachwuchs aufzuziehen. Die „Kinder“ bleiben so lange bei den Eltern, bis sie selber meist mit knapp zwei Jahren geschlechtsreif werden, und sich einen eigenen Partner und ein eigenes Territorium suchen. Wenn es die Nahrungsgrundlage zulässt, können selbst erwachsene Sprösslinge noch einige Zeit lang bei den Eltern bleiben, bis sie sich zwar etwas später, dafür aber umso besser gerüstet, selbständig machen. In einem wilden Wolfsrudel leben also unterschiedlich alte, meist noch nicht geschlechtsreife Geschwister und deren Eltern zusammen. Da die Welpen schon mit etwa acht Monaten körperlich fast ausgewachsen sind, beeindruckt uns eine Wolfsfamilie im Winter mit z.B. fünf Welpen und drei Jährlingen als Rudel von zehn großen Wölfen.

Eine rudelinterne Rangordnung, im Rahmen derer darum konkurriert wird, wer sich fortpflanzen darf und wer nicht, gibt es in frei lebenden Wolfsrudeln ebenso wenig wie in einer menschlichen Kleinfamilie. Hier wie dort stellen die Eltern natürliche Autoritäten dar, die ihre Nachkommen führen und erforderlichenfalls zurechtweisen. Eine Hierarchie mit „Alpha“-, „Beta“- und „Omega“- Wölfen wird oft in Gefangenschaft ausgebildet, wo meistens Geschwistergruppen gezwungen werden, auch nach der Geschlechtsreife zusammenzuleben.

 

 

Nahrung

Zu den bevorzugten Nahrungsbestandteilen gelten die Huftiere - Elch, Ren, Hirsch oder Wildschaf. In Notzeiten ernähren sich die Wölfe zusätzlich von Insekten, Aas und Feldfrüchten. Die Überfälle auf Menschen sind sehr selten. In der Regel finden sie genügend für die tägliche Nahrungsabdeckung. Die Jagd ist bei den Wölfen nur in der Gemeinschaft des Rudels möglich. Nur durch die gemeinsame Hetzjagd ist die Erlegung der Tiere möglich. Oft wird hier von einer genialen Aufteilung der Hetzjagd gesprochen.

Nachdem sich die Wölfe ein Opfer ausgesuchte haben, versuchen sie es in die Enge zu treiben. Sobald ein Wolf zu schwach für die Verfolgung des Tieres geworden ist, übernimmt ein weiterer die Verfolgung. Dabei jagen sie die Tiere im Kreis und ziehen die „Schlinge“ immer enger. Am Ende hat das Huftier keine Chance mehr auszuweichen. Es wird immer schwächer und kann den ausgeruhten Wölfen nichts mehr entgegensetzen.

Wolf

 

 

 

Interessantes

Wölfe leisten einen großen Anteil zur natürlichen Gesundhaltung des ökologischen Kreislaufes. Oftmals jagen sie nur kranke, alte und schwache Tiere, die nur geringe Überlebenschancen in der Natur und deren Lebensräumen haben.

Das Wolfsgeheul ist von Rudel zu Rudel unterschiedlich. Biologen und Verhaltensforscher beobachteten dabei interessante Eigenschaften und „Macken“ der Tiere. Irgendwie scheinen sie durch diese Geräusche angezogen zu werden. Kaum beginnt ein Rudeltier zu heulen, stimmen alle anderen mit ein. Oft in der bekannten Haltung – Kopf in Richtung Himmel.

 

Die Wolfseiten des NABU
Der NABU (Naturschutzbund Deutschland e.V.)  - hat vor zwei Jahren eine Informationskampagne zu frei lebenden Wölfen gestartet. Nähere Infos finden Sie hier.

 

 

Hardy Krüger jr. wird NABU-Wolfspate
Schauspieler Hardy Krüger jr. hat am 09.05.2007, an seinem Geburtstag, dem NABU ein Geschenk gemacht: er ist neuer NABU-Pate für Deutschlands Wölfe.

 

 

 

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